Ford spendet Regale

Ein Bericht von Frank Büttgen

 

Ich selbst bin seit Dezember 2014 in der Flüchtlingshilfe aktiv und als gelernter Handwerker an allem beteiligt, wofür man Werkzeug und ein paar Fachkenntnisse benötigt. Das geht über das Reparieren von Fahrrädern bis zur Demontage von Küchen und selbstverständlich auch deren Montage, wenn einer der neuen Mitbewohner in eine eigene Wohnung zieht.

 

Viele Sachen, die normalerweise zum Sperrmüll gehen, sich aber noch in einem guten Zustand befinden, werden uns gespendet.

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Ein Traum von einem Regal

Da die Spendenfreudigkeit der Bedburger recht hoch ist,
wurde der von der Stadt Bedburg zur Verfügung gestellte ehemalige Klassenraum einer alten Schule schnell zu klein.
Über den Caritas-Verband und deren Sozialkaufhaus Carisma haben wir seit März diesen Jahres ein Lager mit wesentlich mehr Platz.

Damit wir die Haushaltsgeräte vernünftig lagern können wurde über die Anschaffung von Regalen nachgedacht. Stabile Regale sind aber teuer und Geld ist immer knapp. So kam die Idee mal auf der Arbeit nachzufragen.

Im Bereich FCSD werden bei Ford alle Ersatzteile gelagert, die den Kunden zur Verfügung gestellt werden. In Merkenich befindet sich das größte der europäischen Läger und da gibt es nun mal auch Regale.

So wurde der Leiter der Instandhaltung Jürgen Beer angesprochen und zusammen mit seinem Mitarbeiter Ingo Schlothane wurden Regalbauteile gefunden, die technisch in Ordnung sind aber kosmetische Fehler aufweisen, so dass sie nicht mehr im Depot eingesetzt werden können.

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Zusammen mit Mitarbeitern der Instandhaltung schnürte man ein Paket und stellte es für mich bereit.

Ford Community Involvement stellte die notwendigen Dokumente und nun hieß es Unterschriften und Stempel sammeln, was sich aber als nicht sehr schwer erwies.

Parallel dazu wurde die Ford Transportabteilung kontaktiert. Stephan Incze und Tanja Engels fanden die Möglichkeit eines geeigneten Transporters und einen Termin, an dem die doch sehr schweren Teile transportiert werden konnten.

Am 20.April war es dann so weit

Am 20.April war es dann so weit

Pünktlich zum Beginn der Spätschicht standen LKW und Fahrer am Dock des FCSD- Versands.

Schichtkoordinator Horst Engel und seine
Mitarbeiter Marek Golka und Mehmet Ülger hatten im Vorfeld ganze Arbeit geleistet und das Material so vorgepackt, dass es schnell verladen und vor allem sicher transportiert werden konnte.

Nun ging es auf die Fahrt nach Bedburg.

Die Verkehrlage des Kölner Rings war uns gnädig und so konnte der LKW nach kurzer Zeit in Bedburg empfangen werden.

 

In Bedburg stand allerdings kein Gabelstapler zur Verfügung, so dass alles von Hand entladen werden musste. Dafür standen aber genügend Leute bereit.

 

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Alle wollen beim Aufbau mithelfen

Selbstverständlich helfen bei allen Aktionen auch die eigentlichen Nutznießer mit. Albaner, Syrer, Iraner und Iraker packten an. Da bisher alles so reibungslos ablief und genügend starke Männer und eine starke Frau anwesend waren, wurde spontan beschlossen die Regale an den dafür vorgesehenen Platz aufzustellen.

 

 

 

 

Frei nach dem Motto: „viele Hände, schnelles Ende“  standen die Regale am frühen Abend

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Eine letzte Kontrolle ob alle Sicherungen ordnungsgemäß angebracht wurden

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Zum Abschluss dann das Gruppenfoto

An alle, die hier namentlich erwähnt wurden und an all die, deren Namen nicht zu lesen sind, die aber dennoch zum Gelingen beigetragen haben, ein aufrichtiges DANKE!
Ich kann jeden nur ermutigen einfach mal Kontakt zu unseren neuen Mitbürgern aufzunehmen, einfach mal den Menschen zu sehen, sein Schicksal und seine Motivation zu hören.
Die meisten sind für uns keine Flüchtlinge mehr sondern es sind Freunde geworden, die genau so zu unserem Leben gehören wie die, die wir schon ewig kennen.

 

Die Bedburger Hände sagen:

Dank-Ford

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